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Blatt- und Verlagsgeschichte

Die Jüdische Allgemeine ist Deutschlands einzige überregionale jüdische Wochenzeitung und eines der ältesten Blätter Nachkriegsdeutschlands. 1946 wurde sie mit Genehmigung der Nachrichtenkontrolle der britischen Militärregierung in Düsseldorf als Jüdisches Gemeindeblatt für die Nord-Rheinprovinz und Westfalen gegründet. Später erschien sie in Bonn als Allgemeine Jüdische Wochenzeitung. Seit dem letzten Relaunch im Jahr 2002 heißt sie Jüdische Allgemeine.

Das Blatt steht in der Tradition der 1837 gegründeten Allgemeinen Zeitung des Judenthums, die seit 1890 im renommierten Verlag von Rudolf Mosse erschien und 1922 in der CV-Zeitung, dem Organ des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens aufging. Die letzte Ausgabe der CV-Zeitung erschien am 3. November 1938, wenige Tage vor der Pogromnacht.

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Mit dem Umzug des Zentralrats der Juden nach Berlin kamen im Frühjahr 1999 auch die Jüdische Pressegesellschaft und die Redaktion der Jüdischen Allgemeinen in die neue Bundeshauptstadt. Im Leo-Baeck-Haus, dem Gebäude der ehemaligen Hochschule für die Wissenschaft des Judentums, produzierten vier Redakteure die Wochenzeitung.



Zweimal im Jahr, als Nachlese zu den Buchmessen in Frankfurt und Leipzig, erscheint das Literatur-Spezial, in dem neue Bücher zu jüdischen Themen besprochen werden. Verlag und Redaktion haben unlängst eine Tradition aus den 1950er und 1960er Jahren wiederbelebt: die Jüdische Illustrierte. Regelmäßig erscheinen nun Sonderausgaben zu den Themen Reisen, Autos u.a.



Die Jüdische Allgemeine erhielt im März 2003 den Oscar für Zeitungsdesign. Eine unabhängige Jury zeichnete die gesamte Typografie der Zeitung mit dem Award of Excellence aus. An dem Wettbewerb hatten sich 206 Zeitungen aus 22 Ländern beteiligt.



Im Oktober 2003 zog die Jüdische Allgemeine zum Hausvogteiplatz an den Rand des ehemaligen Berliner Zeitungsviertels. Redaktion und Verlag haben ihren Sitz im denkmalgeschützten, restaurierten Haus zur Berolina. Seitdem erscheint das Blatt wieder Woche für Woche. In den vergangenen zehn Jahren war die Zeitung nur noch vierzehntägig herausgebracht worden.



Die Jüdische Allgemeine erscheint jeden Donnerstag in einer IVW-geprüften Druckauflage von 25.000 Exemplaren. Sie wird über Kioske, Buchhandlungen und im Abonnement vertrieben. Seit März 2004 ist sie unter www.Jüdische-Allgemeine.de auch als ePaper im Internet abrufbar, bereits mittwochs ab 15.00 Uhr.

Zu der als gemeinnützigen GmbH firmierenden Jüdischen Presse Gesellschaft gehört auch der traditionsreiche Mosse Verlag in der Jerusalemer Straße 12 in Berlin. Dort werden Sachbücher, Belletristik und Kulturkarten herausgebracht. Der alte Mosse Verlag wurde 1867 gegründet und hatte seinen Sitz vis-à-vis Ullstein in der Jerusalemer Straße 48/49.

Die Gesellschaft betreut auch den jüdischen Online-Kulturkalender www.Judaicum.de. Hier findet der User alles zu aktuellen Konzerten, Lesungen, Vorträgen und Führungen im gesamten deutschsprachigen Raum. Darüber hinaus betreibt die Jüdische Presse den Leo Baeck Bookshop im Internet mit einem großen Sortiment an jüdischer Literatur (www.Leo-Baeck.de). Auf der Leipziger Buchmesse 2003 erhielt die virtuelle Versandbuchhandlung den Award für Marketing-Kommunikation in Gold.